www.islamseite.de arbeitet sehr schön logische Widersprüche zwischen Aussagen des Koran heraus.
Das heißt aber nicht, dass alle Aussagen des Koran falsch sein müssten.
Wenn man eine Offenbarung Gottes als den Ursprung der Religion annimmt, an die man glaubt, dann liegt kein Widerspruch darin, wenn Gott sich Menschen aus verschiedenen Lebenszusammenhängen verschieden offenbart. Denn Menschen können doch "offenbar" nur an das glauben, was zu ihnen passt.
Judentum, Christentum und Islam haben das Phänomen der Offenbarung Gottes gemeinsam. Schon in der ältesten schriftlichen Fassung der abrahamitischen Religionen, dem jüdischen Tanach, wird von vielen Offenbarungen Gottes an die verschiedenen Propheten berichtet. Ein Beispiel sind die 10 Gebote, die Moses am Berg Sinai offenbart worden sind. Dazu passen die Offenbarungen, die der Jude Jesus erfahren hat, und deren eigenständiger Charakter in der Bergpredigt besonders gut zum Ausdruck kommt. Mohammed hat seinerseits im Laufe seines Lebens viele Offenbarungen Gottes erfahren, die im Koran zusammengefasst werden. Da er sie von Gott empfangen hat, legt es sich nahe, dass er sie nicht in verschiedene Kapitel "Gott Vater", "Gott Sohn", "Heiliger Geist" unterteilt hat, denn der offenbarte christliche Gott ist ja ein Gott und besteht nicht aus drei verschiedenen Göttern. Jesus selbst hat nach der Aussage des neuen Testaments auf kommende Offenbarungen verwiesen ("Der heilige Geist wird euch alles lehren."), deren erste Im Pfingsterlebnis in der Apostelgeschichte bezeugt wird. Damit ist von Jesus auch schon auf die Offenbarungen Mohammeds verwiesen, die freilich nicht wie die jüdischen 10 Gebote in Stein gemeißelt waren (und zerbrochen werden konnten, als das jüdische Volk von ihnen abfiel), sondern (anscheinend gegen Mohammeds Willen) viele Jahre später schriftlich festgehalten wurden.
Die vielen Propheten, die auf Mohammed folgten, haben nur vergleichsweise kleine Jüngerscharen gewonnen. Die Möglichkeit einer Begegnung mit dem lebendigen Gott wird aber in allen Texten, die sich auf Offenbarungen Gottes berufen, bezeugt.
Dass Menschen, die Offenbarungen erleben, unterschiedliche erleben, liegt daran, dass Menschen zwar alle vor Gott gleich sind, aber Gott unterschiedlich erleben.
Wer eine der KIs, die im Auftrage von Multimilliardären entstehen, auffordert, eine allgemeingültige umfassende Gotteslehre zu formulieren, mag das gern tun. Er sollte aber damit rechnen, dass das, was dabei herauskommt, nicht gerade eine Offenbarung ist.

