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15.8.26

Tanach, Bibel und Koran

 www.islamseite.de arbeitet sehr schön logische Widersprüche zwischen Aussagen des Koran heraus.

Das heißt aber nicht, dass alle Aussagen des Koran falsch sein müssten.

Wenn man eine Offenbarung Gottes als den Ursprung der Religion annimmt, an die man glaubt, dann liegt kein Widerspruch darin, wenn Gott sich Menschen aus verschiedenen Lebenszusammenhängen verschieden offenbart. Denn Menschen können doch "offenbar" nur an das glauben, was zu ihnen passt.

Judentum, Christentum und Islam haben das Phänomen der Offenbarung Gottes gemeinsam. Schon in der ältesten schriftlichen Fassung der abrahamitischen Religionen, dem jüdischen Tanach, wird von vielen Offenbarungen Gottes an die verschiedenen Propheten berichtet. Ein Beispiel sind die 10 Gebote, die Moses am Berg Sinai offenbart worden sind. Dazu passen die Offenbarungen, die der Jude Jesus erfahren hat, und deren eigenständiger Charakter in der Bergpredigt besonders gut zum Ausdruck kommt. Mohammed hat seinerseits im Laufe seines Lebens viele Offenbarungen Gottes erfahren, die im Koran zusammengefasst werden. Da er sie von Gott empfangen hat, legt es sich nahe, dass er sie nicht in verschiedene Kapitel "Gott Vater", "Gott Sohn", "Heiliger Geist" unterteilt hat, denn der offenbarte christliche Gott ist ja ein Gott und besteht nicht aus drei verschiedenen Göttern. Jesus selbst hat nach der Aussage des neuen Testaments auf kommende Offenbarungen verwiesen ("Der heilige Geist wird euch alles lehren."), deren erste Im Pfingsterlebnis in der Apostelgeschichte bezeugt wird. Damit ist von Jesus auch schon auf die Offenbarungen Mohammeds verwiesen, die freilich nicht wie die jüdischen 10 Gebote in Stein gemeißelt waren (und zerbrochen werden konnten, als das jüdische Volk von ihnen abfiel), sondern (anscheinend gegen Mohammeds Willen) viele Jahre später schriftlich festgehalten wurden.

Die vielen Propheten, die auf Mohammed folgten, haben nur vergleichsweise kleine Jüngerscharen gewonnen. Die Möglichkeit einer Begegnung mit dem lebendigen Gott wird aber in allen Texten, die sich auf Offenbarungen Gottes berufen, bezeugt.

Dass Menschen, die Offenbarungen erleben, unterschiedliche erleben, liegt daran, dass Menschen zwar alle vor Gott gleich sind, aber Gott unterschiedlich erleben.

Wer eine der KIs, die im Auftrage von Multimilliardären entstehen, auffordert, eine allgemeingültige umfassende Gotteslehre zu formulieren, mag das gern tun. Er sollte aber damit rechnen, dass das, was dabei herauskommt, nicht gerade eine Offenbarung ist.

13.8.26

Dank an die Menschen und an die Technik, die internationale Kommunikation vereinfacht haben

 Heute bin ich aufgewacht mit dem Bedürfnis, alle die zu grüßen, mit denen ich dank des Internets mehr oder minder intensive Kontakte haben kann und darf. 

Beim Nachdenken über eine Rundmail bin ich schließlich darauf gekommen, dass dieses Internettagebuch der beste Platz ist für solch einen Gruß, auch wenn nur wenige es lesen.

Die Wikipedia ist gewiss die wichtigste Gemeinschaftsarbeit, zu der ich einen Teil beitragen konnte. Über die Wikipedia bin ich zum ZUM-Wiki und zu ZUM Unterrichten und allgemein zur ZUM gekommen, die mir mehr als so flüchtige Kontakte wie bei Wikipedianertreffen ermöglichte.

Die Wikipedia ermöglichte mit der Wikiversity  auch den Zusammenhang, der unter Lehrerbloggern entstehen konnte, zu dokumentieren und vielleicht ein bisschen zu stärken: Lehrerblogs. Twitter ermöglichte manchen Kontakt, der jetzt durch X von Musk zerstört worden ist.

Hier ist freilich auch der Punkt, wo anzusprechen ist, dass soziale Medien nicht nur wie Twitter Wissensmanagement, sondern auch Shitstürme/Shitstorms ermöglichen, die nicht nur wie Metoo Solidarität der Schwachen (vergleichbar mit der Solidarität mit den Schwachen (und moralisch Starken) über Amnesty) dienen, sondern auch dem unverhältnismäßig starken Angriff auf nicht selten unschuldige Einzelpersonen.

Spätestens hier habe ich das Feld des privaten Danks verlassen und bin in das moralisch Ambivalente Feld des Allgemeinen geraten.  

Bevor ich abbreche, aber Dank an alle, die im Netz für sozialen Zusammenhalt arbeiten. So auch bei gutefrage.net, wo leider auch viel Fragwürdiges geschieht.

Und damit auch ein Blick auf den Drohnenkrieg und den so hässlichen Teil unserer Wirklichkeit.


8.8.26

Was mich gegenwärtig beschäftigt

 Aus einer Mail an einen Bekannten:

Das Kapitel KI ist jetzt ja noch deutlich brisanter geworden
a) wegen des CO2-Ausstoßes
b) wegen der Überwachungsmöglichkeit der Bevölkerung
c) wegen der unzureichenden Überwachungsmöglichkeit der KI
d) wegen der Deregulierung, die die Multimilliardäre in Absprache mit Trump sicherstellen wollen und der Hassliebe zwischen dem ersten Dollarbillionär Musk und dem Präsidenten, der X gern für sich einsetzt und per Börsenmanipulation auf dem besten Weg zum Multimilliardär ist
e) ....
Die Wikipedia hat deswegen die Verwendung von KI für Texte verboten, sieht sich aber dem Angriff durch Musks Grokipedia ausgesetzt. Vorerst kann man darauf hinweisen, dass die Wikipedia China widerstanden hat, auch wenn sie aus China nahezu ausgeschlossen ist. Aber da die Foundation der Wikipedia auf US-Hoheitsgebiet arbeitet, ist sie vor Trumps Zugriff vielleicht noch weniger sicher als vor dem Zugriff des Großkapitals.

Andererseits stelle ich fest, dass ich nach der ersten KI-Kritik (eine - ich glaube es war Gemini - sah Leo XIV. noch nach Monaten als nicht-existent an) jetzt erfahre, dass sie für Recherchezwecke so wichtig sind, dass ich nicht auf sie verzichte, weil der Boykott einer Einzelperson sowieso  nichts rettet.
Der von mir geschätzte Jean-Pol Martin ist seit Monaten daran, den KIs die Neuen Menschenrechte beizubringen. Ich halte es für ein aussichtsloses Unterfangen; aber Hoffnung muss man sich verdienen und so versuche ich ihn bei seiner Arbeit zu begleiten. Er hat seit über einem Jahr große Schmerzen, aber an der Arbeit ist er mit großer Energie - wohl auch, weil er sich über KI mehr Bekanntheit für seine Projekte verspricht und - nicht ganz ungefährlich - unter Zusammenarbeit mit 7 KIs, vornehmlich ChatGPT und Claude.

Jetzt stelle ich noch Links hinzu, die vielleicht interessieren könnten: 
Silicon Valley, Abwicklung der vormals Hoffnung weckenden USA, Steinbecks "Früchte des Zorns", die inneramerikanische Fluchtgeschichte der 1930er Jahre sowie "Die neue Odyssee. Eine Geschichte der europäischen Flüchtlingskrise" aus dem Jahr 2016.

2.8.26

Antwort auf einen Bericht von Rentner04, der seinen schweren Aufstieg in der Nachkriegszeit schilderte

 @Rentner04

Ich danke Rentner04 für diesen wichtigen Bericht. Mir wurde im Unterschied zu ihm, obwohl ich ebenfalls Kriegswaise bin, vieles geschenkt. Als Jüngster von 5 Geschwistern profitierte ich von dem, was meine Geschwister weit mühsamer erreicht hatten.

Doch die jüngeren Generationen haben vieles schwerer als ich, der ich - im Krieg geboren und den Hungerwinter von 1947 ohne Erinnerung daran überstanden - in Zeiten des Wirtschaftswunders aufgewachsen immer größeren Wohlstand erlebte.

Wegen des Klimawandels und weil die erhoffte Friedensdividende in den 90er Jahren verspielt wurde, stehen diese Generationen, besonders die meiner Enkel, vor einer ungewissen Zukunft, von der nur eines sicher ist: Vieles, was in den Zeiten der jungen Bundesrepublik noch selbstverständlich war, wird nur mit großen Anstrengungen zu bewahren sein. Die 20 Ratschläge, die J. Randers in seinem Bericht an den Club of Rome 2012 handeln davon, insbesondere dieser: "Tun Sie mehr als Sie müssen. So vermeiden Sie später ein schlechtes Gewissen." Die "Gnade der späten Geburt", nicht mitschuldig an den Verbrechen des NS-Staates geworden zu sein, hat sich für die kommenden Generationen verwandelt in das schwere Schicksal, mit den Folgen der Unterlassungen der Wohlstandsgenerationen in den Industrieländern (in der zweiten Jahrhunderthälfte des 20. und dem ersten Drittel des 21. Jahrhunderts) leben zu müssen. Dazu gehört, dass sie in den Ländern des Globalen Nordens mehr für die Bewahrung der gegenwärtigen Zivilisation tun sollten, als für ein auskömmliches Überleben nötig ist, damit sie nicht angesichts der absehbaren Zukunft ein schlechtes Gewissen oder schlimmer: Mitschuld haben werden an dem, was kommt.

Ein bloßes "Die Politiker sind schuld" hilft da nicht und schon gar nicht die Vorstellung, die Benachteiligten des Globalen Südens seien selbst schuld an ihren Problemen.

15.4.26

Glühende Kohlen

 Agapitus wurden "glühende Kohlen aufs Haupt" gestreut.

Die davon abgeleitete Metapher: "glühende Kohlen aufs Haupt sammeln" war auch früher ein sehr starker Ausdruck dafür, dass jemand mit seiner Hilfsbereitschaft den anderen zu so großer Dankbarkeit verpflichtet, dass er das nicht in gleichem Maße erwidern könne. Dafür gibt es sonst die ebenfalls ein wenig hyperbolische Formel: Das kann ich gar  "nicht wieder gutmachen". So als ob ein Fehler entstanden wäre, der erst bei gleichwertiger Gegenleistung "ausgebügelt" wäre. 

Angesichts der Arbeitsamkeit meiner Frau wäre ein gleichwertiger Beitrag zum Haushalt u.a. im Sinne der Gleichberechtigung freilich durchaus sinnvoll. Daher fielen mir, als meine Frau mich lobte, weil ich mal etwas für den Haushalt tat, die metaphorischen "glühenden Kohlen" ein.

Wie oft sie noch in diesem Sinne gebraucht werden?

Dazu eine KI:

"Der Ausdruck „glühende Kohlen aufs Haupt sammeln“ oder auch „feurige Kohlen auf jemandes Haupt sammeln“ stammt aus der Bibel (Sprüche 25,21-22) und bedeutet, jemandem durch Freundlichkeit oder Wohltaten zu begegnen, obwohl er einem Böses getan hat. Dadurch wird der andere durch diese Großmut sozusagen beschämt oder mit einem schlechten Gewissen belastet www.redensarten-index.de de.wiktionary.org.

Diese Redewendung wird vor allem im christlichen Kontext verwendet, um das Prinzip zu beschreiben, dass man Böses mit Gutem vergelten soll. Im Glaubensleben wird sie als Aufforderung verstanden, Feinden mit Güte zu begegnen, was symbolisch so wirkt, als ob man ihnen „glühende Kohlen aufs Haupt sammelt“ – also eine Art moralische oder geistige Reinigung und Beschämung bewirkt www.bibelpraxis.de www.wisdomlib.org www.aref.de.

Die Verwendung findet sich in Predigten, christlicher Literatur und auch in theologischen Erklärungen, wo das Motiv der Vergebung und der Güte gegenüber dem Feind hervorgehoben wird. Dabei wird die Redewendung oft genutzt, um zu verdeutlichen, dass Freundlichkeit gegenüber einem Gegner dessen schlechtes Gewissen oder seine Schuldgefühle verstärken kann www.logo-buch.de www.redensarten-index.de.

Kurz gesagt: Der Ausdruck wird überwiegend in religiösen und moralischen Zusammenhängen gebraucht, um zu zeigen, wie man durch wohlwollendes Verhalten gegenüber einem, der einem Unrecht getan hat, diesen Menschen innerlich bewegen oder beschämen kann de.wiktionary.org www.aref.de."

11.4.26

"Lokale" Wikipedia?

 Kann eine Sprachversion der Wikipedia, des weitverbreitetsten Enzyklopädie der Welt, lokal sein?

Ich gebe zu, dass der Begriff Sprachversion nicht eben geläufig ist, aber in Sachen Internet ist doch allenfalls ein Provider lokal. 

Andererseits ist bemerkenswert, dass zwar - wenn von der englisch-, französischsprachigen ... Wikipedia immer wieder von Sprachversion gesprochen wird, dass es aber weder in der Wikipedia noch im Wiktionary einen Artikel Sprachversion gibt,