Pages

Showing posts with label Zukunft. Show all posts
Showing posts with label Zukunft. Show all posts

2.8.26

Antwort auf einen Bericht von Rentner04, der seinen schweren Aufstieg in der Nachkriegszeit schilderte

 @Rentner04

Ich danke Rentner04 für diesen wichtigen Bericht. Mir wurde im Unterschied zu ihm, obwohl ich ebenfalls Kriegswaise bin, vieles geschenkt. Als Jüngster von 5 Geschwistern profitierte ich von dem, was meine Geschwister weit mühsamer erreicht hatten.

Doch die jüngeren Generationen haben vieles schwerer als ich, der ich - im Krieg geboren und den Hungerwinter von 1947 ohne Erinnerung daran überstanden - in Zeiten des Wirtschaftswunders aufgewachsen immer größeren Wohlstand erlebte.

Wegen des Klimawandels und weil die erhoffte Friedensdividende in den 90er Jahren verspielt wurde, stehen diese Generationen, besonders die meiner Enkel, vor einer ungewissen Zukunft, von der nur eines sicher ist: Vieles, was in den Zeiten der jungen Bundesrepublik noch selbstverständlich war, wird nur mit großen Anstrengungen zu bewahren sein. Die 20 Ratschläge, die J. Randers in seinem Bericht an den Club of Rome 2012 handeln davon, insbesondere dieser: "Tun Sie mehr als Sie müssen. So vermeiden Sie später ein schlechtes Gewissen." Die "Gnade der späten Geburt", nicht mitschuldig an den Verbrechen des NS-Staates geworden zu sein, hat sich für die kommenden Generationen verwandelt in das schwere Schicksal, mit den Folgen der Unterlassungen der Wohlstandsgenerationen in den Industrieländern (in der zweiten Jahrhunderthälfte des 20. und dem ersten Drittel des 21. Jahrhunderts) leben zu müssen. Dazu gehört, dass sie in den Ländern des Globalen Nordens mehr für die Bewahrung der gegenwärtigen Zivilisation tun sollten, als für ein auskömmliches Überleben nötig ist, damit sie nicht angesichts der absehbaren Zukunft ein schlechtes Gewissen oder schlimmer: Mitschuld haben werden an dem, was kommt.

Ein bloßes "Die Politiker sind schuld" hilft da nicht und schon gar nicht die Vorstellung, die Benachteiligten des Globalen Südens seien selbst schuld an ihren Problemen.

15.1.24

Rückblick auf die deutsche Einigung

 Ich habe eben einen Baden Badener Disput von 1999 über 10 Jahre deutsche Einigung gesehen. Diese Sendereihe hatte durchweg ein hohes Niveau, das lag natürlich an den Teilnehmern, von denen ein Teil meist dabei war: z.B. Stürmer, Grosser, Sloterdijk und der hochkarätigen Leitung: Adolf Muschg und dann Gertraud Höhler. Man ließ sich meist ausreden, weil man wissen wollte, was die/der andere zu sagen hatte.

Das war in dieser Sendung nicht so ausgeprägt. Aber aus dem Abstand von gut 24 Jahren fiel mir besonders auf die Sicherheit, mit der die Vertreter des Westens davon ausgingen, dass sich die Unterschiede rasch auswachsen würden. Und das, obwohl schon bekannt war, wie viele aus den jüngeren Generationen abgewandert waren.

Die Zukunft voraussagen kann man nur dann halbwegs sicher, wenn jegliche Veränderung mehr oder minder gewaltsam verhindert wird (freilich, gerade dann treten manche Entwicklungen besonders überraschend auf).

Aber die schweren Probleme, die wir gegenwärtig haben, weil das Problem der Migration in beiden Teilen des Landes so sehr unterschiedlich gesehen und angegangen wird ...

Bodo Ramelow will jetzt versuchen, wieder Vietnamesen ins Land zu holen, um Beispiele dafür zu haben, dass man auch in Thüringen mit Ausändern gut auskommen kann.  Ob das helfen wird? Aber was sonst?