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3.7.08

Wie kann man sinnvoll mit der Abnahme der Ressourcen umgehen?

Horst Afheldt hat in "Wirtschaft, die arm macht" schon 2004 darauf hingewiesen, dass Volkswirtschaften mittelfristig nicht exponentiell, sondern nur linear wachsen und dass das auch in der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders galt und darauf, dass Rohstoffe immer knapper werden, Arbeit aber immer reichlicher angeboten wird.
Weil die wirtschaftliche Situation Deutschlands und Europas mittelfristig so prekär ist, kommt m.E. alles darauf an, die Umstellung auf hohe Preise für fossile Energie und Rohstoffe und andererseits kostengünstige Arbeit so schnell wie möglich gelingt. Das kann sozialverträglich nur geschehen, wenn die höheren Energiepreise benutzt werden, um Arbeit zu subventionieren. Wenn wir das rasch genug tun, sind wir der Entwicklung voraus. Wenn wir es nicht tun, hecheln wir hinterher. Sieh Benzinpreis!
Es gibt schon einige Vorschläge dazu.
Mehr dazu werde ich demnächst schreiben..

17.4.08

Was tun?

Analyse:
Kommunismus als Ideologie hat sich desavouiert. Im Osten mit der Niederschlagung des „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ im August 1968 in Prag. Im Westen mit den gescheiterten Zukunftsvisionen der linken Studentenbewegung. „ Ein 180jähriger Zyklus ideologischer Politik in Europa ging (Judt: Geschichte Europas von 1945 bis zur Gegenwart, S. 506)
In der globalen politischen Praxis wirkte sich das weltweit erst 1989 und Anfang der 90er Jahre aus, als der Ostblock zusammenbrach.
Mit der fehlenden Alternative setzte sich global der totale Markt durch. Der ist sinnvoll für die Zuordnung der Ressourcen. Aber der Überhang an Geld und der Fortfall der Finanzregulierungen führt dazu, dass ein unverhältnismäßig hoher Anteil des Geldes nicht mehr für Waren- und Dienstleistungsaustausch verwendet wird, sondern nur zu Spekulation. 98% des weltweiten Geldumlaufs sind es. 80% davon werden im Durchschnitt alle 8 Tage umgeschichtet. Mit Spekulation lassen sich höhere Verdienstspannen erreichen als mit Produktion. (Der erfolgreichste Fondsmanager hat in einem Jahr 3,7 Milliarden Dollar verdient (Frankfurter Rundschau 17.4.08)). Daher können jetzt von Banken 25% Eigenkapitalrendite gefordert werden.
Andererseits: "In einem reichen Industrieland wie Deutschland stieg die Zahl der Billigarbeitskräfte mit (Markt-)Löhnen von unter 7,50 Euro von rund einer Million zur Jahrtausendwende auf mehr als sechs Millionen heute." (Wolfgang Kessler in Publik-Forum)
Die Folge: Wut und Resignation. Je nach Situation überwiegt das eine oder das andere.

Was kann man tun?
So wie die Totalplanung Wirtschaft erstickte, so führt Totalderegulierung zu Unkontrollierbarkeit und muss eingeschränkt werden.
Ansätze sind:
1. Der Staat unternimmt sinnvolle Investitionen: Forschung und Bildung. Dabei geht es vor allem um die Integration derer, die gegenwärtig aus dem Schulsystem herausfallen.
2. Höhere Löhne müssen mehr Inlandsnachfrage ermöglichen. Beteiligung der Arbeitnehmer an ihrem Betrieb kann Wirtschaften für ihre Interessen wieder möglich machen.
3. Es muss eine Mindestabsicherung für alle erreicht werden. Freiheit darf nur bei der Wahl der Zusatzleistung bestehen.
4. Zum ökologischern Wirtschaften kann man eine Energiesteuer einführen, die zu 100% wieder zurückgezahlt wird, freilich pro Kopf eine einheitlicher Betrag, der sich aus den Gesamteinnahmen der Steuer errechnet.
5. Öffentlich kontrollierte Banken dürfen nicht frei spekulieren.
6. Ein Teil des freien Geldes (im Promillebereich) muss über eine Spekulationssteuer (Tobinsteuer) abgeschöpft und gezielt zur Bekämpfung von Armut eingesetzt werden.