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17.6.14

Musik verstehen

Hector Berlioz hat seine Symphonie Fantastique mit einem Programm versehen.

Ich habe sie das erste Mal nur in Kenntnis der Satzüberschriften, ganz ohne Einzelheiten des Programms zu kennen gehört und ohne Hörgerät.
Das zweite Mal habe ich die Verständnishilfen dabei gehabt und die Wiedergabe lauter gestellt.
Für mein Empfinden hat mir das Programm den geringsten Beitrag zum Einhören geleistet.

Zugegebenermaßen kein Wunder. Ich bin gespannt, ob bei mehrmaligem Anhören der Beitrag des Programms wesentlich größer wird.

13.1.14

Weshalb ist die Wikipedia ein Geschenk für mich?

Fortsetzung des Artikels "Ein Geschenk":
Die Wikipedia ist ein Gemeinschaftswerk, in dem auch bescheidene Beiträge einen Sinn und eine Funktion haben.
Der Nutzen der Wikipedia erweist sich für mich nahezu täglich, wenn ich mich über etwas informieren will. . Insofern rechtfertigt sie immer wieder den Aufwand, den ich in sie gesteckt habe und immer noch stecke.

Wieso verliert das Geschenk an Wert dadurch, dass es immer größer und qualitativ besser und somit wertvoller wird?
1.  Je mehr Konkurrenten die Wikipedia aus dem Felde schlägt, desto mehr Nachteile hat ihr Vorhandensein. Denn Informationen, die nicht dem Wikipediakodex entsprechen, werden marginalisiert. Nicht notwendigerweise erst dadurch, dass sie schlechter auffindbar sind als dadurch, dass die Informationen der Wikipedia leichter zu finden sind.
2. Weil bescheidene Beiträge darin immer weniger Sinn haben. Das Wichtigste ist erfasst und neue Beiträge, die nicht dem jetzigen Niveau entsprechen, machen sie durchschnittlich schlechter.
Aus 1 und 2 folgt:
3. Je weniger sie sich durch meine Mitarbeit verbessert und jemehr sie zum Informations- und Meinungsmonopolisten wird, desto fragwürdiger wird meine Mitarbeit an der Wikipedia.

Das gilt tendenziell nicht nur für mich, sondern für alle Mitarbeiter.

Weshalb wird sie trotzdem ein Geschenk für ihre Mitarbeiter bleiben? Was müsste sich ändern, so dass sie kein Geschenk mehr für sie wäre?

21.10.13

Achim Burgermeister

Dankenswerterweise hat Karl Kirst in seinem Blog bei ZUM-Unity formuliert, was er öffentlich über den Tod von Achim Burgermeister zu sagen hat.
Öffentlich bleibt mir nicht mehr als hinzuzufügen, dass ich dem, was Karl Kirst über den Menschen Achim Burgermeister gesagt hat, voll zustimme und dass Burgermeister seit seiner Zeit in der Türkei dort sehr viele Freunde hat und dass er auch in Kasachstan sehr vermisst werden wird.

6.10.13

Ganz kurz

Ich habe gesehen, dass ich hier lange nichts geschrieben habe. Deswegen halte ich hier ausdrücklich fest.
Die wichtigsten Probleme kamen im deutschen Wahlkampf 2013 so gut wie nicht vor:
Der Klimawandel und die Mitschuld der Industrieländer an der Schere zwischen Arm und Reich auf der Welt.
Zum Klimawandel
Zum Wahlkampf

12.6.13

Ein Geschenk

Meine Tante hatte eine besondere Gabe zu schenken.
Es gehört schon viel dazu, etwas zu schenken, was dem Beschenkten Freude macht, weil dazu - sobald er sich auch selbst Wünsche einer gewissen Größenordnung erfüllen kann - ein nicht geringes Maß an Einfühlung erforderlich ist.
Noch mehr Einfühlung gehört dazu, jemandem etwas zu schenken, was für ihn seinen Wert dadurch erhält, weil es eine Billigung des unausgesprochenen Wunsches bedeutet. (Wobei ich Schnapsflaschen für Alkoholiker mal ausnehme.) Eine solche Gabe besaß meine Tante. Vermutlich nicht zuletzt, weil sie die Regeln, was in meiner Familie akzeptiert war und was weniger akzeptiert war, kannte und nicht durchweg billigte.
Wohl in Erinnerung daran habe ich mir das Buch "Alles über die Wikipedia" nicht gekauft, sondern gewünscht.
Als ich es bekam, habe ich zunächst nur immer wieder einmal kurz hineingeschaut, dann von vorn angefangen und beim Artikel "Unverhofftes Wiedersehen" (S.125) das Bedürfnis entwickelt, niederzuschreiben, dass für mich nicht nur dies Buch, sondern auch die Wikipedia ein Geschenk ist.
Hier der Link zu den ungedruckten online-Beiträgen zum Buch, daraus insbesondere der thematisch passende Beitrag Geburtstaggeschenk.
(wird fortgesetzt)

23.5.13

Castroper Geschichten

Der 83-jährige Hans Frackowiak ist laut ZEIT der älteste Blogger Deutschlands. Ich habe seinen Blog "Castroper Geschichten" als ersten in meine Blogliste aufgenommen.
Aus seiner "Zeitleiste" verlinke ich hier mal "Nachtschicht im Petticoat".

20.5.13

Japan - Frage und Antwort


Ich bin Student (Wirtschaft) und möchte mich sehr gerne für ein Austauschsemester in Japan bewerben. Für Japan interessiere ich mich hauptsächlich wegen der Manga-Kultur, der japnischen Popkultur und der Kunst. Ich möchte einach total gerne dorthin.
Jetzt sind diese Dinge wohl nicht am besten geeignet für eine Bewerbung bei der Uni, wenn ich begründen muss, warum ich gerade nach Japan möchte (ich könnte dies evtl kurz erwähnen, aber nicht mehr). EInige Kommilitonen, die schon ein Austauschsemester gemacht haben, haben gesagt, dass man besser sein akademisches Interesse am Land, oder Dinge in Bezug aufs Studienfach schreibt. Für mich wäre dies wohl am ehesten Themen aus Wirtschaft/Politik/evtl Geschichte.
Ich dachte, dass ich erwähnen könnte, dass ich den gegenwertigen Umgang mit der schwierigen WIrtschaftssituation spannend finde. Aber ich finde, dass dieses Argument, nicht sehr überzeugend klingt.
Zudem spreche ich leider noch kein Japanisch. Daher muss ich noch einen noch überzeugenden Grund finden. Ich würde die Sprache dann gern während dem Semester lernen.
Nun, habt ihr vielleicht einen guten akademischen Grund/Grund aus Wirtschaft/Politik/Geschichte? Was interessiert euch an Japan? Ich wäre euch für Anregungen echt dankbar. (bei Gute Frage)

Wenn man das liest, ist man hin- und hergerissen.
Ein halbes Jahr in Japan zu leben und sich auf die japanische Sprache einzulassen, ist eine echte Herausforderung. Wenn man auch nach dem Gespräch mit Studenten, die ein Austauschsemester gemacht haben, keine nach außen überzeugenden Argumente dafür formulieren kann, hat man ein echtes Problem. Und zwar entweder, dass man glaubt, unsere Gesellschaft sei durch und durch so verlogen, dass sie die simpelsten Wahrheiten nicht versteht, oder dass man sich auf eine Herausforderung einlässt, ohne die Grundvoraussetzungen mitzubringen. Das kann schief gehen.

Aber vielleicht willst du auch nur durch ein weiteres Abfragen von Gründen deine Bewerbung noch sicherer machen.

Deshalb mein Rat:

Beginne damit, dass du eine Herausforderung suchst und dass du über die eurozentristische Sicht hinauskommen willst. Dafür ist Japan immer noch besonders geeignet, weil es eine interessante Kombination von Fremdheit und Gemeinsamkeit mit Deutschland vereinigt.

Fremdheit: Sprache, Verbindung von verschiedenen Religionen (Shintoismus und Buddhismus) zu einer selbstverständlichen Verbindung, die es erlaubt, auch das Christentum einzubeziehen. Die ganz eigenständige Kunst, die selbst beim stark europäisch beeinflussten Hokusai noch sehr viel Charakteristisches enthält.

Gemeinsamkeit: Preußische Tugenden: Pflichterfüllung, Ordnung, Sauberkeit. Kampf um die Weltherrschaft auf der Basis eines recht totalitären Systems. Danach die bewusste Abkehr von diesem Irrweg.

Dann die - mich faszinierende - Mischung: Totale Abschließung von der Außenwelt und dann - nach Öffnung der Häfen - die ganz energische Zuwendung unter Beibehaltung der wesentlichen Eigenarten. Gebildete Japaner kennen großenteils die deutsche Geschichte besser als der deutsche Durchschnittsstudent. Das hängt damit zusammen, dass nach der Öffnung viel von Preußen übernommen worden ist. Andererseits: die Firmenbindung; die mangelnde Emanzipation einer großen Menge der Frauen; die Gewohnheit, immer ja zu sagen (die freilich längst nicht mehr so stark ist, wie es das Gerücht behauptet); die Höflichkeit; die hervorragende Organisationsfähigkeit.

Und nun, lass bitte Manga-Kultur, japanische Popkultur und Kunst nicht weg. Denn darüber kannst du am überzeugendsten sprechen und sie enthalten viel von der Eigenart trotz energischer und weithin auch erfolgreicher Bemühung um "Verwestlichung". (Nicht, dass ich etwas von Mangas und Pop verstünde, aber die Tatsache, dass Mangas bei uns so beliebt geworden sind, beruht doch eben auf dieser Mischung von Vorreitertum bei der Anpassung an eine Welteinheitskultur und charakteristischer Eigenart.)

So, und jetzt finge die Begründung an: Die merkwürdige Blüte der japanischen Prosa im Mittelalter mit weiblichen Protagonisten an der Spitze, die Spannung zwischen Kaisertum und Shogunat, die nur sehr entfernte Ähnlichkeiten mit dem europäischen Antagonismus von Kaisertum und Papsttum hat, ...