19.9.11

"Wir erkennen die Schulden der Regierung nicht an", erklärt ein

arbeitsloser Grieche.
Nun wissen wir, das wird ihm nicht viel helfen.
Ich will keine Betrugsmanöver der Deutschen Bank und keine Boni für Ackermann finanzieren. 
Das wird mir nicht viel helfen. 
Insofern sitzen der Grieche und ich in einem Boot. Nur dass ich Luxusverpflegung und alle anderen Vergünstigungen erhalte und er keine.
Aber er sitzt nicht in einem Flüchtlingsboot, das keine Hilfe erhält, weil das Nato-Schiff die libysche Zivilbevölkerung schützt (50 000 Tote).

Ich erkläre hiermit, dass ich nichts dafür getan habe, afghanische Frauen davor zu schützen, dass ihnen Nase und Ohren abgeschnitten werden, nichts dafür, die Giftgasangriffe Saddam Husseins auf die Kurden im Irak, nichts dafür, den Völkermord in Ruanda zu verhindern.
Ich bin auch nicht für Kriege gegen Syrien, Nordkorea, Belarus (Weißrussland), Russland und China, obwohl dort ständig gegen die Menschenrechte verstoßen wird.
Als Deutscher finanziere ich weiterhin die Bankenspekulantionen, die zu Hunderten von Millionen Hungertoten geführt haben.
Und es geht mir gut dabei. 
Irgendwie ist das nicht gerecht.

Ich  bekenne, dass ich nichts dafür getan habe, den Wechsel von Helmut Kohl zur rot-grünen Koalition zu verhindern, die Deregulierung, Steuererleichterung für Reiche und die Agendas 2010 vorangetrieben hat.

Noch darf ich Aufrufe von Amnesty, avaaz, Campact u.a. unterschreiben, an Staatspräsidenten appellieren, und manchmal hilft das wohl auch einmal ein bisschen. 
Und ich freue mich, dass nicht alle Flüchtlinge, denen ich etwas beim Deutschlernen geholfen habe, danach ausgewiesen worden sind.
Es ist ein Privileg, in Deutschland zu leben.

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