21.9.14

responsibility to protect - liebenswerte Naivität oder tragische Blindheit?

Naivität eines Wissenschaftlers hat etwas Rührendes. Naivität eines Politikers ist gefährlich. 


Dabei hatte der blinde Hochmut einer "neuen Weltordnung" die Chancen auf eine verantwortungsvollen internationalen Weg zum Frieden (UNO) schon längst zerstört. 
Bush senior hielt seine Rede bezeichnenderweise an einem 11. September. (1990!)

Beginn des Golfkrieges von Bush senior (16.1.1991)



Mehr zu der Problematik bei Mark Lilla: Freiheit ist nicht alles, ZEIT Nr.37

Beginn der Serie der ZEIT zu der Problematik (ZEIT Nr.36)
Es wäre an der Zeit, dass Interventionisten und Isolationisten, Realisten und Idealisten, Amerikaner und Europäer einander in die Augen sehen und bekennen: Im Moment wissen wir es alle nicht, wir müssen umdenken, anders diskutieren, wir brauchen eine neue außenpolitische Grammatik, in der wir uns dann wieder sinnvoll streiten können. (Bernd Ulrich, ZEIT Nr.36)
Herfried Münkler: Eine neue Weltordnung entsteht, ZEIT N.39 18.9.14
Die seit Jahrzehnten expandierende EU muss zu festen Grenzen kommen und den Prozess ihrer Erweiterung beenden, wenn der Konflikt mit Russland um die geopolitische Zugehörigkeit der Ukraine nicht in einen europäisch-russischen Dauerkonflikt überführt werden soll. 

17.6.14

Musik verstehen

Hector Berlioz hat seine Symphonie Fantastique mit einem Programm versehen.

Ich habe sie das erste Mal nur in Kenntnis der Satzüberschriften, ganz ohne Einzelheiten des Programms zu kennen gehört und ohne Hörgerät.
Das zweite Mal habe ich die Verständnishilfen dabei gehabt und die Wiedergabe lauter gestellt.
Für mein Empfinden hat mir das Programm den geringsten Beitrag zum Einhören geleistet.

Zugegebenermaßen kein Wunder. Ich bin gespannt, ob bei mehrmaligem Anhören der Beitrag des Programms wesentlich größer wird.

13.1.14

Weshalb ist die Wikipedia ein Geschenk für mich?

Fortsetzung des Artikels "Ein Geschenk":
Die Wikipedia ist ein Gemeinschaftswerk, in dem auch bescheidene Beiträge einen Sinn und eine Funktion haben.
Der Nutzen der Wikipedia erweist sich für mich nahezu täglich, wenn ich mich über etwas informieren will. . Insofern rechtfertigt sie immer wieder den Aufwand, den ich in sie gesteckt habe und immer noch stecke.

Wieso verliert das Geschenk an Wert dadurch, dass es immer größer und qualitativ besser und somit wertvoller wird?
1.  Je mehr Konkurrenten die Wikipedia aus dem Felde schlägt, desto mehr Nachteile hat ihr Vorhandensein. Denn Informationen, die nicht dem Wikipediakodex entsprechen, werden marginalisiert. Nicht notwendigerweise erst dadurch, dass sie schlechter auffindbar sind als dadurch, dass die Informationen der Wikipedia leichter zu finden sind.
2. Weil bescheidene Beiträge darin immer weniger Sinn haben. Das Wichtigste ist erfasst und neue Beiträge, die nicht dem jetzigen Niveau entsprechen, machen sie durchschnittlich schlechter.
Aus 1 und 2 folgt:
3. Je weniger sie sich durch meine Mitarbeit verbessert und jemehr sie zum Informations- und Meinungsmonopolisten wird, desto fragwürdiger wird meine Mitarbeit an der Wikipedia.

Das gilt tendenziell nicht nur für mich, sondern für alle Mitarbeiter.

Weshalb wird sie trotzdem ein Geschenk für ihre Mitarbeiter bleiben? Was müsste sich ändern, so dass sie kein Geschenk mehr für sie wäre?